• Pamela Madeleine Hölzl

Mein eigener Löffel - Anleitung zum Selber Tun:

Aktualisiert: Jan 12

Was hat ein Löffel mit meinem Leben zu tun?

Einen Löffel herzustellen ist ein enormer Aufwand. Wir wissen das nur nicht, weil wir ihn vielleicht einfach als Plastiklöffel auf einer Gartenparty einmalig benutzen, um dem Gastgeben das mühsame Abwaschen zu ersparen. Außerdem brauchen wir unbedingt viele davon in der Bestecklade um immer einen zur Verfügung zu haben.


Wir leben in einer Welt des Überflusses. Alles ist immer zu haben – jederzeit! Wissen wir eigentlich noch wieviel Aufwand hinter der Herstellung eines einfachen Gebrauchsgegenstandes – wie z.B. eines Löffels - steckt.


Plastiklöffel

Plastiklöffel werden aus einem Rohstoff herstellt von dem die Erde Jahrmillionen gebraucht hat um ihn aus dem ersten abgestorbenen Leben herzustellen: Erdöl. Aufwendig fördern wir diesen Schatz in die Höhe. Von diesen Fördertürmen wird das Rohöl weltweit in Raffinerien verschifft. Danach wird es in anderen Firmen zu Plastikgranulat verarbeitet um dann zu weitere Firmen verschifft zu werden. Dort wird er dann in die gewünschte Form eines Löffels geschmolzen, in Plastikverpackt und wiederum im Container mit dem Schiff oder im Lastwagen kilometerweit transportiert bis in er dann in dem Geschäft landet, wo wir ihn kaufen könnten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass er dafür mehrmals um die Welt reist. Ein riesiger Aufwand für das, dass dieser Löffel dann nur einmal benutzt wird.


Suppenlöffelherstellung aus Edelstahl

Ein paar Stichwörter in die Suchmaschine eingeben und wir können so viel lernen. Gallileo zeigt in einer Mini-Doku das Bespiel der FA. Picard & Wielpütz aus Sollingen/Deutschalnd in der täglich 800kg Edelstahl zu 9000 Löffeln & Gabeln verarbeitet werden. Um Besteck aus Edelstahl zu fertigen benötigt man 100Tonnen Gewicht um es in die Strande (Grundform) zu stanzen. Danach werden die Rohlinge in der Walze verdünnt. An der Prägestanze legt ein Arbeiter, dann den Rohling in die Stanze und der Löffel bekommt unter dem Gewicht von 360 Tonnen seine Form. Danach werden sie maschinell poliert, mit Wasser und Ultraschall gereinigt. Spannend. Jährlich werden allein in dieser Firma 2 Mio Gabeln und Löffel weltweit geliefert. Ganz schön viel Aufwand für unseren Suppenlöffel. Schön, dass man ihn öfter benutzen kann.


Alternativen sind essbare Löffel oder selbst einen Löffel schnitzen.


Woher hat er seine Form?

Der Löffel ist in fast allen Regionen der Erde Bestandteil der Esskultur. Seine Form kommt von der schöpfenden Hand.

Löffelfunde gibt es schon aus der Steinzeit. Z.B in der Münchshöfener Kultur an der Donau/Bayern oder aus der Hallstattkultur/OÖ. Nun zeige ich Dir wie man mit der Technik des Glutbrennens selbst erfahren kann wie viel es braucht um einen eigenen Löffel herzustellen.


Wieviel Aufwand ist es nun tatsächlich selbst einen Löffel herzustellen?

Das kannst du anhand dieser ANLEITUNG ausprobieren:

Es macht recht viel Freude so einen kleinen Löffel herzustellen. Suche dir zuerst ein passendes Stück Weiches Holz und überlege wie groß dein Löffel sein sollte. Es ist eine gemütliche Beschäftigung am Lagerfeuer, da Du auch die Glut dazu brauchst.

Nachdem Du weißt wie groß dein Laffel (Begriff aus der Löffelherstellung = Löffel vorne) sein soll, suchst Du dir eine Glut, die dieser Größe entspricht und brennst eine Mulde in den vorderen Teil des Holzes.




Am geschicktesten ist es wenn du ein Stück brennst, die verkohlten Teile mit einem Stein herauskratzt, misst wie dick dein Holz noch ist und dann erst wieder weiter brennst.

Wenn dir die größer der Mulde gefällt kannst Du den Löffel rundherum herausschnitzen. Aber Vorsicht nicht, dass Du zu viel wegschnitzt.




Dann noch schleifen und voilá so könnte Dein Löffel aussehen.



Wie wars? Was Du es selbst ausprobiert? Ich bin neugierig - Poste Dein Ergebnis in den Kommentaren? Nun kannst Du diese Frage nach dem Aufwand einer Löffelherstellung selbst beantworten!


Warum mache ich das?

Ich denke die Wertschätzung für unsere alltäglichen Dinge kommt erst, wenn wir selbst erfahren was hinter den Dingen steckt. Ideenfindung, Arbeitsaufwand bei Materialbeschaffung und Bearbeitung und dann das eigene Werk in Händen halten zu dürfen.

Natürlich auch wenn wir einen Löffel selbst schnitzen – kommt da Holz von einem Baum der vermutlich viele Jahre gebraucht hat um in diese Form zu wachsen. Alles was uns umgibt und wir in der einen oder anderen benutzen kommt von dieser Erde. Wir sollten das einfach immer sorgsam bedenken.


Keine Gelegenheit das daheim auszuprobieren?

In Gemeinschaft ist es auch viel lustiger zu Handwerken. Stärke zum Beispiel "Deine Bande zur Natur" im Familiencamp zu Pfinigsten.

Willst Du noch andere Techniken kennen lernen, dann schau Dir doch den Artikel zum Körbchenflechten an.


Ich freue mich darauf mit Dir mal am echten Lagerfeuer zu sitzen, auf das gemeinsames Tun und Austausch.


Alles Liebe

Pamela


Weitere Infos:

Essbare Löffel:

https://www.facebook.com/ThisIsZinc/videos/663647747169228/

Interessante Kurz-Doku über Besteckherstellung und Esskultur von Galileo:

https://www.youtube.com/watch?v=L0IQ7JO4H6M

Geschichte des Plastiklöffels/Greenpeace

https://www.youtube.com/watch?v=ebuRHcv7TtI

Essbares Besteck gegen Plastikmüll/Utopia

https://utopia.de/essbares-besteck-gegen-plastikmuell-15320/

6000 Jahre alter Topf mit Holzlöffel:

https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Fisch_und_Feldfruechte__Steinzeit_Kochttoepfe_offenbaren_praehistorischen_Speiseplan1771015588028.html

Holzlöffelfund aus der Hallstattkultur:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hallstatt_(Arch%C3%A4ologie)#/media/File:Andreas_W._Rausch_PA_NHM_Wien_Abb_Salz-Reich_2008_Seite_92_2.tif